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Ich wollte heute ein Kästchen, das ich fälschlicherweise gekauft hatte, zurückbringen, da es nur mit einem bestimmten Bett zusammen funktioniert, was aber leider aus der Katalogbeschreibung nicht herauszubringen gewesen war.
Die Dame am Reklamationsschalter war jedoch der Auffassung, das Kästchen sei benutzt und ihre "3 Monate Rücknahmegarantie" würden nur unmontierte Ware umfassen.
Ich habe versucht, ihr klarzumachen, worin mein Fehler bestand und dass ich ihn für lässlich hielte.
Zumal die Spuren, die ich an dem Möbel hinterlassen hatte, nur marginal waren.
Sie hingegen wurde nicht müde, mir zu erklären, dass sie das Kästchen auf gar keinen Fall zurücknehmen könnte, da ich so gut wie alles falsch gemacht hatte.
Was da wäre:
• kein Personal zu Rate gezogen (jaja, in der Vorweihnachtszeit)
• das Teil nicht in der Ausstellung angeschaut (klar hab ich's gesucht! Aber in dem Chaos leider nicht gefunden)
• beim Auspacken die eindeutig ein Bett zeigenden Seiten 14 - 17 der Anleitung nicht dahingehend interpretiert, vom Aufbau sofort abzusehen (jaja, hab ich für ne Sekunde auch gedacht, allerdings dieses "Bett" gar nicht als solches erkannt und das Ganze für einen typischen rumänisch-chinesischen Druckfehlerteufelstreich gehalten, der einfach ein paar Fremdseiten in meine Anleitung geschmuggelt hatte).

Am Ende argumentativen Hin und Hers hab ich das Schränkchen, an dessen monetärem Gegenwert von 32 € sie anscheinend sehr stark hing, einfach dagelassen und sie stehen.
Sollen sie es doch entsorgen. Oder für die Ausstellung neu aufbauen. Oder was auch immer.
Mir war's egal.
Ich würde es nicht für Geld nochmal quer durch Berlin transportieren.
Natürlich hätte ich mich aufplustern können und die Schlacht gewinnen.
Vorgesetzte rauszitieren, argumentieren bis sie schwarz wird, ihr Angst machen und so, alles schon mal gemacht.
Aber das war's mir nicht mehr wert.
Ich hab' es mir gut überlegt und es lieber sein gelassen.
Es ändert am System ja nichts, das da heisst "wie gewonnen, so zerronnen".
Beim nächsten Kunden läuft es doch wieder genauso.
Und warum soll ICH Mitarbeiter von IKEA im Umgang mit Kunden schulen?

Darum habe ich IKEA heute ein Weihnachtsgeschenk gemacht und auf dies bisschen Kohle für das Beistellschränkchen MALM, das keine Vorderbeine hat und selbst nicht stehen kann, verzichtet, keine Sekunde länger und keinen Nerv mehr investiert, als nötig war und mich auf den Heimweg begeben.
Leider muss IKEA fortan vermutlich auf einen Kunden und bislang freudigen Multiplikator verzichten.
Ob sich das wohl rechnet?
Mein Lernerfolg war mir diesen Betrag jedoch lässig wert.
Danke, IKEA.