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Man braucht noch nicht einmal nach Tunesien oder Ägypten schauen:
Wer die aktuelle Zugunglücks-Berichterstattung von Hordorf verfolgt, kann sich mal fragen, warum auch am Tag danach immer noch niemand davon spricht, dass der Personenzug offenbar ganz einfach pünktlich unterwegs war.
So von wegen die "Suche nach den Ursachen dauert an".

Wann immer ich in letzter Zeit Zeitung lese, Radio höre oder Nachrichten glotze, ein Eindruck geht mir nicht aus dem Kopf: die Mehrheit der sog. Medienberichterstatter käut doch nur noch gegenseitig ihre Sheise wieder. Zum Beispiel aktuell die Mär vom Zugführer.

Denn dass zwei Züge fahrplanmäßig auf einem Gleis in Gegenrichtung unterwegs sein können, halte ich trotz des Berliner S-Bahn-Desasters nach wie vor für ziemlich unmöglich.

Den Opfern wäre man es IMHO mindestens schuldig, die klaren Fakten als Erstes aufzutischen, sobald man sie hat.
Und nicht nebulös von Ursachensuche zu labern und Polizei, THW und sonstwen mit Luftblasen ihre immense Wichtigkeit bei den Aufräumarbeiten, der Spurensuche, Opferidentifizierung etc. demonstrieren zu lassen.
Offenbar hat nicht einmal das Duisburger Loveparade-Disaster geholfen: gewisse Reporter, Redakteure, Chefs vom Dienst erkennen wohl einfach nicht mehr, dass ihr Job *nicht* die vorausgehorsame Berichterstattung im Sinne der bereits lauernden Schadensbegrenzer (Konzerne, Lobbies, Versicherungen, Politiker etc.) ist.
Aber was sage ich da. Grenzt vermutlich an Gotteslästerung.

UPDATE 12:38: Siehstemal, Ramsauer warnt bereits!
Das machter der aber öfter, die Chronisten von Google notieren aktuell 71400 Vorkommnisse von Warnungen:

Google Ergebnis: 71400 mal gewarnt

Comments

( 3 Kommentare — Kommentar hinterlassen )
firstaidkid
31. Jan 2011 11:55 (UTC)
"die Mehrheit der sog. Medienberichterstatter käut doch nur noch gegenseitig ihre Sheise wieder"

Wenn's wenigstens die eigene wäre. Viel öfter ist es leider nur noch das, was aus dem einen Agenturticker kommt, den man noch nicht erfolgreich wegrationalisiert hat. Und das wird dann unhinterfragt wiedergekäut. Ich ließ mir mal sagen, dass es sogar bei den tollen Korrespondenten in fernen Ländern oft nicht anders läuft: deren Kenntnisstand besteht allzu oft auch nur aus den Agenturmeldungen, die ihnen aus der Heimat(!) zugekabelt werden...
ojkolego
31. Jan 2011 12:05 (UTC)
Das klingt so verrückt, da muss was dran sein! ;)

Deswegen bin ich auch ua. für ein bedingungsloses Grundeinkommen: damit diese ganzen überforderten Auslandskorrespondenten endlich zuhause erst ihren Alkoholismus und anschließend dann in der Präkariats-Bedeutunglosigkeit ihr gebeuteltes Ego kurieren können.

Klar muss man bei denen zunächst mit Widerstand rechnen, schon allein wegen der wegfallenden - nennen wir sie "Spesen"-Abrechnungen, aber nachdem ich gestern Abend sah, was das ZDF mir aus Ägypten alles NICHT berichten wollte, ist das wohl ALTERNATIVLOS, hihihi :-D
firstaidkid
31. Jan 2011 12:18 (UTC)
Wo kann ich unterschreiben? ;-))
( 3 Kommentare — Kommentar hinterlassen )